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Anne Frank Tag 2017 am 12. Juni am Homburgischen Gymnasium Nümbrecht

»75 Jahre Tagebuch« ist das Motto des Anne Frank Tages 2017, denn am 12. Juni ist es 75 Jahre her, dass Anne Frank von ihren Eltern zu ihrem 13. Geburtstag ein Tagebuch geschenkt bekam. Wenig später musste Anne Frank mit ihrer Familie in Amsterdam in den Niederlanden untertauchen. Im Versteck überlebten sie bis zur Verhaftung durch die deutschen Besatzer im Jahr 1944. Anne Frank, ihre Schwester Margot und Mutter Edith wurden im Holocaust ermordet. Nur Vater Otto überlebte die Konzentrationslager.
Das Leben im Versteck erwies sich insbesondere für die lebenslustige Anne als Herausforderung, denn es gab keinerlei Privatsphäre. So wurde ihr Tagebuch, das sie liebevoll Kitty nannte, während der zwei Jahre im Versteck zum unverzichtbaren Freund. Schon während dieser Zeit spielte Anne, die gerne Schriftstellerin werden wollte, mit dem Gedanken, ihre Aufzeichnungen nach dem Krieg zu veröffentlichen. Dies tat ihr Vater Otto für sie. Am 25. Juni 1947 erschien ihr Buch, damals noch mit dem Titel Das Hinterhaus.
 
Seitdem wurde Annes Tagebuch in mehr als 70 Sprachen übersetzt und dient immer wieder, insbesondere jungen Menschen, als Zugang zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialimus.
 
Am 12. Juni 2017 haben sich deswegen auch die 9a und 9d erinnert. Zuerst setzten sich die Schüler und Schülerinnen mit Annes kurzem Leben auseinander. Dann durften sie selbst in Annes Tagebuch schreiben. Gesammelt wurden Ideen, wie und warum an Anne erinnert wird bzw. werden könnte, sowie Vorstellungen, wie die Welt eigentlich aussehen sollte, in der die Schüler und Schülerinnen leben wollen. Im gemeinsamen Autausch bezüglich der Bedeutung des Gedenks, kam auch die Frage auf wie hier in Nümbrecht an die jüdischen Gemeindemitglieder erinnert wird. Gibt es noch Spuren?
 
Bei der anschließenden Erkundungstour durch Nümbrecht wurden diese gesucht und gefunden:
–        die Leo-Baer-Straße und die Meta-Herz-Straße, deren Namensgebung auf jüdische Nümbrechter zurückgeht,
–        der jüdische Friedhof, der seit 1995 als Gedenkstätte fungiert,
–        der Standort der ehemaligen Synagoge,
–        die Stolpersteine, die gezielt vor den Wohnhäusern an ihre ehemaligen Bewohner erinnnern.
 
Die Schüler und Schülerinnen realisierten, selbst wenn es keine aktive jüdische Gemeinde mehr in Nümbrecht gibt, so finden sich doch überall um sie herum Spuren, um der Opfer des Nationalsozialimus zu gedenken. Denn solange diese Spuren noch gesehen werden und Annes Tagebuch noch gelesen wird, werden wir nicht vergessen.
 
 
Einen vertiefenden Einblick zum Anne Frank Tag, ein bundesweiter Aktionstag, findet sich hier: https://www.annefranktag.de/