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Vorlesewettbewerb

„Bleichstieliger Schüpperling! Wenn du nicht endlich aufhörst, es so spannend zu machen, bind ich dir einen Knoten in den Schwanz!“
Hannah Kazells (6d) Stimme ertönt durch die Aula, die am 6.12. gut gefüllt ist. Der jährlich stattfindende Vorlesewettbewerb der 6. Jahrgangsstufe ist in vollem Gange. Das Publikum – bestehend aus den Schülern und Schülerinnen der Klassen 5 und 6 – sitzt erwartungsvoll und mit gespitzten Ohren auf den Plätzen.
Wenige Minuten später nimmt Julia Busch (6b) in dem gemütlichen Ohrensessel Platz und liest: „Die Menschen können miteinander reden, obwohl sie nicht einmal im selben Land sind. Sie können Bilder machen, die sich bewegen und sprechen, Gefäße aus Eis formen, das nie schmilzt, ihre Häuser nachts zum Leuchten bringen, als hätten sie die Sonne eingefangen, sie, sie“, Schwefelfell schüttelte den Kopf, „sie können wunderbare Dinge tun – und abscheuliche.“
Cornelia Funkes „Drachenreiter“ führt alle Anwesenden in eine Welt, in der es für Drachen keinen sicheren Platz mehr zu geben scheint, weil die Menschen die Welt zunehmend besiedeln. Die Spannung erreicht ihren Höhepunkt. Doch das liegt nicht allein an der ausgewählten Lektüre. Vielmehr fiebern alle mit: wer liest am besten, wessen Lesetechnik überzeugt am meisten?
In klasseninternen Vorentscheiden haben sich neben Hannah und Julia auch noch Amelie Roth und Leonie Weber (6a), Paul Al Kalil (6b), Amy Herrgesell und Lynn Schuster (6c) sowie Lena Babel (6d) für den Vorlesewettbewerb in der Aula qualifiziert. Und dort nehmen sie nun nach einander Platz im Ohrensessel auf der Bühne, schieben das Mikrofon zurecht und lesen zunächst aus ihren Lieblingsbüchern vor. Unter den Augen – oder besser gesagt den Ohren – stellen sie sich anschließend dann mit einem unbekannten Textausschnitt aus „Drachenreiter“ dem Urteil der Jury. Die besteht in diesem Jahr aus der Kinder- und Jugendbuchautorin Elke Pfesdorf, der Büchereimitarbeiterin Elke Schmidt, der Deutsch-Leistungskursschülerin Joana Fach und den Lehrerinnen Jenny Sauer und Nadine Otto.
Die Pausenzeiten sind ebenfalls ein Genuss für die Ohren: gestaltet werden sie von Jakob Walter (Jgst. 5), der auf dem Klavier spielt, und Frau Pfesdorf, die aus einem ihrer Jugendromane vorliest.
Gegen Ende der Doppelstunde muss dann aber das Urteil gefällt werden. Alle Teilnehmer/innen liegen unglaublich nah beieinander. Letztendlich geht Paul al Khalil als Sieger des diesjährigen Vorlesewettbewerbs hervor. Seine ruhige Art vorzulesen und seine szenische Darbietung („einatmen – ausatmen“) haben die Jury letztendlich überzeugt.
Doch niemand verlässt als Verlierer die Bühne: Unter tobendem Applaus gratuliert Herr Wilmsmann allen und überreicht jedem ein Büchergeschenk aus der Nümbrechter Buchhandlung „Lesezeichen“.



Und um mit Worten aus dem „Drachenreiter“ zu enden: „Lung beugte den Hals zu der kleinen Ratte hinunter und stupste sie sacht in ihr dickes Hinterteil. Danke, sagen wir“.
Danke an die Jurymitglieder!
Danke an Frau Erdmann-Stolle, für die tollen Büchergeschenke!
Danke an alle, die zum Gelingen des diesjährigen Vorlesewettbewerbs beigetragen haben, insbesondere die Hausmeister und die Technik AG.
 
Und besonderen Dank an die Vorleser, die allen Anwesenden Lust aufs Zuhören und Selberlesen gemacht haben!