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Ein Plastikbecher für 258 Euro?

Ein aufschlussreicher Tag im zdi- Schülerlabor investMINT Oberberg
am Berufskolleg Gummersbach Dieringhausen
 
 
Im vergangenen November und Dezember haben alle vier Sowi-Kurse der Einführungsphase eine ganztägige Exkursion zum zdi- Schülerlabor investMINT Oberberg unternommen. Christa Wirths, die auch die Exkursionen organisiert hat, schildert im folgenden Bericht, wie der Tag dort ablief:
 
Das Fach Sozialwissenschaften steht auf dem Stundenplan der Jahrgangsstufe EF (Einführungsphase) des Homburgischen Gymnasium Nümbrecht. Heute lautet das Thema „Die Abteilungen und Strukturen eines Unternehmens“. Meist ein ganz schön theoretisches Unterfangen… Aber eben nur meist.
Wie könnten die Schülerinnen und Schüler die Abläufe und Vernetzungen der einzelnen Abteilungen eines Unternehmens besser nachvollziehen als in einer realistischen Simulation? Das zdi- Schülerlabor am Berufskolleg Gummersbach Dieringhausen verfügt hierfür über die notwendigen Örtlichkeiten, Maschinen und Materialien.
Schon zu Beginn des Exkurses in das zdi- Schülerlabor wird deutlich, dass dieser Tag für die SchülerInnen ganz anders gestaltet ist als ein ganz normaler Schultag. Heute stehen zwar auch die Fächer Technik, Mathematik, Chemie, Wirtschaft und Deutsch auf dem Stundenplan, aber in ganz anderer Form. Von nun an sind die TeilnehmerInnen MitarbeiterInnen der Abteilungen Geschäftsleitung, Finanzen, Marketing, Forschung und Produktion in einem kunstoffverarbeitenden Unternehmen, mit dem Ziel, einen äußerst stabilen Kunststoffbecher in individuellem Design herzustellen.
Bis zur Mittagspause arbeiten die SchülerInnen schon auf Hochtouren: Rechnen, Organisieren, Forschen, Designen. Doch dann der Schock: Unter den vor Ort gegebenen Bedingungen hat die Abteilung Finanzen einen Verkaufspreis von 258 Euro pro Becher errechnet. Das kann doch niemals stimmen! Doch, das kann es.
In der Mittagspause drehen sich dann alle Gespräche nur um das eine Thema: „Was sollen wir tun? Wir könnten doch so einen Becher niemals für 258 Euro anbieten!“ Nun ist echter Zusammenhalt unter den SchülerInnen gefragt, die Geschäftsleitung muss Veränderungsprozesse kontrollieren und organisieren, die Forschung muss für bessere Materialkosten sorgen, das Marketing überzeugende Werbung für das Produkt erstellen, die Produktion schneller mehr Produkte herstellen und die Finanzen müssen die anstehenden Veränderungen auf den Verkaufspreis kalkulieren. Und dann geht alles ganz schnell: Neue schnellere Maschinen, Schichtarbeit, ein stabiles Material und ein professioneller Werbevideoclip. Aber wie sieht es nun mit dem Verkaufspreis aus? Ist dieser nun realistischer? Ein stolzes Lächeln breitet sich auf den Gesichtern der SchülerInnen aus, als auf der Leinwand der Verkaufspreis von 1,58 Euro erscheint. Geschafft!
Am Ende des Tages haben die SchülerInnnen nicht nur wertvolle Einblicke in die Abteilungen eines Unternehmens erhalten, sondern konnten zudem noch eigene berufliche Interessen und Fähigkeiten entwickeln.
 





 
Christa Wirths