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Tagebau Garzweiler

Erdkundekurse besuchen größten Bagger der Welt
 
Die Erdkundekurse der EF besuchten den Tagebau Garzweiler. Nachdem wir in den letzten Unterrichtsstunden einiges über den Braunkohletagebau besprochen hatten, um bei der Exkursion genügend Vorwissen zu haben, ging es um acht Uhr morgens mit dem Bus in Richtung Garzweiler.
 
Der Tag im Tagebau startete dann mit einer kurzen Einführung im RWE-Infocenter über die grundlegenden Fakten des Braunkohleabbaus, veranschaulicht an einem großen Modell des Tagebaus Garzweiler.
Anschließend ging es für uns mit dem Bus weiter zu einer Rundfahrt durch den Tagebau. Den ersten Halt machten wir an einer über dem Tagebaugelände schwebenden Plattform, von der wir das riesige Abbaugebiet von oben betrachten konnten. Hier wurde uns erst richtig bewusst, wie groß der Tagebau eigentlich ist und wie viel Platz er einnimmt.
Im Anschluss fuhren wir mit dem Bus hinunter in das Abbaugebiet und schauten uns die Bagger aus nächster Nähe an. Besonders beeindruckend waren für uns die Dimensionen: Der größte Bagger ist so hoch wir der Kölner Dom! Erstaunlich war auch, dass die Gesteins- und Erdschichten unmittelbar nach der Förderung getrennt und der Abraum auf der östlichen Seite wieder verfüllt wurde.
Die Rundfahrt zeigte uns im weiteren Verlauf ebenfalls, dass man sowohl den landwirtschaftlich genutzten Flächen als auch den Wäldern aufgrund der durchgeführten Rekultivierung die massiven Eingriffe nicht direkt ansah. Da große Landschaftsteile für den Abbau von Braunkohle genutzt werden, sind Umsiedlungen von Feldern, Wäldern und Dörfern nötig, da sie auf den Flächen stehen, die für den Tagebau vorgesehen sind.
Sehr interessant war für uns die abschließende Fahrt durch eines der umgesiedelten Dörfer. Es war erstaunlich zu sehen, in welch kurzer Zeit dieses Dorf neu errichtet wurde. Wenn man es nicht wüsste, man würde die Umsiedlung nicht erkennen.
Das Ende unserer Exkursion wurde durch einen Bericht unseres Exkursionsführers über den Widerstand gegen den Tagebau in Königshoven-Kaster abgerundet, der sich in den 1960er Jahren formierte. An dieser Stelle schilderte er uns eine bipolare Sichtweise von RWE hinsichtlich des Tagebaubetriebs: Die Einzelschicksale der Umsiedlung einerseits stehen der Notwendigkeit der Stromerzeugung für die umliegenden Dörfer und Städte gegenüber.
Durch die Exkursion konnten wir unsere Vorstellungen über einen Braunkohletagebau, die in den Unterrichtsstunden entstanden waren, Wirklichkeit werden lassen. Wir bekamen einen Eindruck von den tatsächlichen Dimensionen des Abbaugebiets sowie von umgesiedelten Orten und Wäldern.
 
Wir können sagen, dass es ein aufschlussreicher Tag war und bedanken uns ganz herzlich bei unserem Exkursionsführer, der uns alle Facetten des Tagebaus Garzweiler gezeigt hat.
 





 
Mara Knecht-Musolino & Lydia Schlimbach