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Erste Schülerfahrt nach Tansania in die Usambara Berge

Mitte Juli ist zum ersten Mal eine Gruppe von 13 Schülern und 4 begleitenden Lehrern für zwei Wochen nach Tansania gefahren, um die Mongwe Primary School in den Usambara Bergen zu besuchen, welche schon seit 25 Jahren vom HGN finanziell unterstützt wird.
Es war für die Schüler und die Lehrer, Frau Rautenbach und ihren Ehemann Herr Kranz, Frau Köhn und Herr Lob, ein unvergessliches Erlebnis, Land und Leute und vor allem die Dorfbewohner von Mpalalu, wo sich die Mongwe Grundschule befindet, kennenzulernen.





Nach dem langen Anflug haben wir uns zur Akklimatisierung erst einmal zwei Nächte in Arusha aufgehalten. Die Stadt war für einige Schüler spannend und interessant, obwohl wir uns erst an den Staub und die Flycatcher (so werden die sehr aufdringlichen Händler genannt), sowie das Feilschen und Handeln um Preise gewöhnen mussten.
Von Arusha ging es dann in einer 10 stündigen Fahrt in die Berge, die letzten 3 Stunden waren holprige Wege aus Lehm und Stein, teilweise hatte der Bus ziemliche Schräglage. 
Im Dorf wurden wir empfangen wie Fußballweltmeister, Kinder und Erwachsene standen am Wegesrand Spalier, sangen und jubelten uns zu, sie liefen neben unserem Bus her durchs ganze Dorf. Wir waren zu Tränen gerührt. 
Pastor Amasias und seine Frau Evelyn, unsere Hauptgastgeber, und seine Familie hatten für uns in ihren Garten einen Pavillon aufgebaut, der ein wenig vor der Kälte und dem Regen geschützt hat, und wo wir gegessen haben. Die Speisen waren erstaunlich europäisch und lecker, so berichtet Sarah Moog (Q1). Trotzdem haben einige unserer Gruppe Magen-Darm Probleme bekommen.



Mama Evelyn bereitet unser Essen vor.





Am ersten Tag haben wir bei 15 Grad im Regen auf lehmigen Wegen das Dorf erkundet und wurden dabei immer von einer Schar Kinder, die neugierig auf die westlichen Besucher waren, begleitet.









 


 
Beim Schulbesuch am nächsten Tag wurden wir von den Schülern wieder mit Gesang und Tanz abgeholt. In einem Klassenraum musste der Fußboden erneuert werden, wofür man unsere Mitarbeit eingeplant hatte. So haben wir für ca. 60 Quadratmeter Estrich von Hand gemischt und mit Eimern hinein getragen. Einige von uns haben währenddessen im Unterricht hospitiert, bzw. gestrichen.
Bei den Unterrichtsbesuchen ist uns aufgefallen, dass vieles was für uns selbstverständlich ist, für die Mongwe Primary School Luxus ist. So gibt es dort z.B. keinen Strom. Viel unangenehmer: es gibt keine Fensterscheiben. Das bedeutet, Wind und Regen pfeifen durch die Klassenräume. Wie uns der Schulleiter Herr Chambo mitgeteilt hat, kommen etliche Schüler im Winter nicht zur Schule, weil es in den Klassen zu kalt ist und es reinregnet. Nachdem wir selbst im Unterricht gefroren haben, war für uns klar, dass wir als nächstes Spendengelder für Fensterscheiben sammeln wollen.
Nachdem die Schüler des HGNs gesehen haben, welche Unterrichtsmethoden in einem tansanischen Bergdorf angewandt werden, waren sie etwas entsetzt. Die Schüler haben Angst vor den Lehrern, die noch Stockschläge verteilen. Es herrscht militärische Disziplin. Jona Theißen aus der Q1 äußerte, dass er das Privileg Bildung wieder schätzen gelernt habe, nachdem er gesehen hat, wie wenig effektiv Unterricht in einer kleinen Dorfschule in Tansania ist.

Mongwe Primary School

Schulleiter Herr Chambo

Lehrer Herr Mtulya



Übergabe von Spendengeldern und Geschenken



Die aus Deutschland mitgebrachten Materialien, z.B. Buntstifte, Knete, Zeichenblöcke und Fussbälle, erfreuen sich großer Beliebtheit.





Seifenblasen kannten die Kinder bislang nicht - sie waren begeistert.

In der Freizeit haben deutsche und tansanische Schüler oft Fußball, Frisbee und ähnliches gespielt. Es gab auch ein Fußball-Turnier gegen die Secondary School, welches wir leider verloren haben. 

Fussballplatz



Auf einer vierstündigen Wanderung haben wir den Markt im Nachbardorf besucht und den Gipfel eines Berges bestiegen, und die wunderschöne Landschaft genossen.




 
Die Woche in den Bergen war sehr beeindruckend, die Menschen sind sehr freundlich und offen! Einfach toll!
Etwas besser hätte das Wetter sein können.
 
Zum Abschluss unserer Reise haben wir eine zweitägige Safari gemacht, die sehr spannend war, was u.a. Lisa Schwind aus der Q1 berichtet. An einem Tag waren wir im Tarangire National Park und am nächsten Tag im Lake Manyara National Park. Diese beiden Parks sind landschaftlich sehr verschieden: der erste ist sehr trocken und sandig, der zweite sehr grün und dicht bewaldet. Wir haben viele Tiere gesehen. Die Safari und auch die Unterbringung in der sehr schönen Safari Lodge „Farm of Dreams“ waren ein krönender Abschluss einer insgesamt tollen Reise.

Mit drei Jeeps auf Safari
 




























afrikanischer Baobab (Affenbrot-)Baum


Farm of Dreams Lodge

Maasai Frauen

Maasai Krieger



Video von Jona Theißen

von Esther Rautenbach